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Donnerstag, 18. Dezember 2014

Nukleares Tiefenlager in Beringen *** Eine Studie gibt zu denken




Eine Studie gibt zu denken


wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen eines Tiefenlagers für die Region vorgestellt. Für die Gemeinde Beringen wirft die Studie mehr Fragen auf als sie beantwortet. Eine kritische Analyse.

In Neuhausen präsentierte das BFE Mitte November seine Sozioökonomisch-ökologische Wirkungsstudie (SÖW) für die Region Südranden. Das insgesamt 200 Seiten umfassende Dokument zeigt vor allem auf, dass noch vieles unklar ist. Die Kritik fiel deshalb von allen Seiten harsch aus. Die Regionalkonferenz Zürich-Nordost forderte gar die Rücknahme und Überarbeitung der SÖW-Studie.


Perspektiven für Beringen

Und welche Perspektiven eröffnet die Studie für Beringen? Unsere Gemeinde als regionaler Entwicklungsschwerpunkt für Arbeiten und Wohnen müsste möglicherweise zurückbuchstabieren. Nachdem eine neue S-Bahn-Station als eine der Grundlagen für die weitere Entwicklung realisiert ist, könnte ein Tiefenlager die Aussichten langfristig trüben. 

Die Strategie, hochwertigen Wohnraum zu schaffen, wäre gefährdet. Insbesondere durch die Einsehbarkeit der Erschliessungsinfrastruktur sowie durch zusätzliche Verkehrsbelastungen und damit durch Lärmemissionen während der gesamten Bauphase – also während ca. 15 Jahren.

Einerseits kommt die Studie zum Schluss, dass die Attraktivität der Gemeinde als Arbeits- und Wohnregion kaum leide und die Immobilienpreise vielleicht nur marginal sinken würden. Andererseits, wird positiv angemerkt, soll ein geologisches Tiefenlager der Region jährlich bis zu 20'000 «Touristen» bescheren. So viele Besucherinnen und Besucher erwarten die Verfasser in einer Oberflächenanlage. 

Dies ist zweifellos nicht, was wir uns unter einem nachhaltigen Tourismus vorstellen. Zumal mehr als fraglich ist, ob Leute, die aus der Schweiz, vielleicht aus der ganzen Welt zum Standort Brentenhau reisen, in der Region eine erwähnenswerte Wertschöpfung hinterlassen würden.
  
Imageschäden ausgespart

Bei einer Studie, die sich mit ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen befasst, kann die Auswirkung eines Tiefenlagers auf die Wahrnehmung einer Region nicht ausgeklammert werden. Welcher Imageschaden Beringen als direkte Anliegergemeinde erwachsen könnte, bleibt jedoch ausgespart. 

Die Untersuchung weicht diesem Thema mehr oder weniger konsequent aus. Weniger konsequent, wenn es um bescheidene Potenziale geht, konsequent, wenn die grobe Entwicklung abgeschätzt wird. Besonders stossend ist aus Sicht des Beringer Gemeinderates, dass eine Studie des Kantons Schaffhausen weitgehend ignoriert wird. Diese hatte auch die gravierenden Imageschäden für die Region durch ein Tiefenlager berücksichtigt.

In wenigen Wochen wird die Nagra einen Vorschlag zur Einengung der weiter zu verfolgenden Standorte vorlegen (pro Abfallkategorie werden mindestens je zwei Standorte weiterverfolgt). Dann werden wir sehen, welche Rolle dem Südranden mittelfristig zufällt. Aber gleichgültig, wie der Nagra-Vorschlag aussehen wird: Mit einer Entwarnung ist nicht zu rechnen. Regionen, die «nicht weiterverfolgt werden», sind lediglich «zurückgestellt».

PS: Einen Link zur vollständigen SÖW-Studie finden Sie auf der Website der Gemeinde Beringen (www.beringen.ch)

Gemeinderat Beringen
Eva Neumann
Gemeinderat Beringen



Die Grafik illustriert die Sichtbarkeit der vorgeschlagenen Oberflächenanlage «Brentenhau» 
(weiss) und einer allfälligen Verkehrsrampe (orange). Die dunkelblauen Flächen zeigen Orte, 
von denen aus die Anlage gut sichtbar wäre. Von den hellblau markierten Arealen ist diese 
immerhin teilweise sichtbar.

(Quellen der Visualisierung: Nagra, swisstopo, Google Earth)

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